Bericht zum Kongress -„Kostenbewusst Planen und Bauen – Wohnungsbau voranbringen“ – Holger Just

Bericht vom Kongress am 16.02.16 in Berlin

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hatte am 16. Februar 2016 zu einem Kongress mit dem Titel „Kostenbewusst Planen und Bauen – Wohnungsbau voranbringen“ im Rahmen der Berliner Baumesse bautec eingeladen. Das Ministerium geht davon aus, dass jährlich 350.000 Wohnungen in Deutschland neu gebaut werden müssen, um Familien, Alleinerziehende und Studenten unterbringen zu können. Durch den Zustrom von Flüchtlingen könnte sich der Bedarf noch vergrößern.

In Deutschland stehen derzeit zwar ca. 1,5 Millionen Wohnungen leer, aber am „falschen“ Ort. Während Kleinstädte und ganze Regionen von Abwanderung betroffen sind, drängen Wohnungssuchende auf die leergefegten Märkte der wachsenden Metropolenregionen um München, Hamburg, Frankfurt, Köln etc. – im Osten sind Leipzig und Dresden unter den wachsenden Kommunen vertreten. Immerhin 170.000 Wohnungen werden vor allem an diesen Orten jährlich neu gebaut und teuer verkauft. Die Bundesregierung sieht hier Handlungsbedarf und forciert ein nationales Bündnis für den bezahlbaren Wohnungsbau.

Bündnispartner sind neben den Vertretern der Kommunalverwaltungen und Wohnungsgesellschaften vor allem die Interessenverbände der Bauindustrie und der gewerblichen Wohnungsunternehmen, die den ersten Teil der Veranstaltung bestritten. Wir drei Delegierten vom Vorstand der AK-Sachsen Martin Fassauer, Ruairí O´Brien und Holger Just fühlten uns da durchaus an eine DDR-Wohnungsbaukonferenz der 1970er Jahre erinnert. So kam Markus Becker Vizepräsident des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie zu dem Schluss, dass nun auf der grünen Wiese unter Vermeidung architektonischer Gestaltung geklotzt werden müsse. Auch konnte Kristina Jahn vom Vorstand der Berliner Wohnungsgesellschaft DEGEWO stolz von der erfolgreichen Vermeidung externer Architektenleistungen in Ihrem Wirkungsbereich berichten. Und Josef Haas der Geschäftsführe der KAMPA GmbH verstieg sich in seinem fast kabarettistisch anmutenden Vortrag in bayrischer Mundart zu der These, man müsse überhaupt nicht kostengünstig Bauen, da man sich als KAMPA-Kunde ja einen erklecklichen Teil der Kosten vom Staat zurückholen könne. Dafür gab es von den im Publikum vertretenen Staatsdienern zum Schluss auch noch freundlichen Applaus.

Immer wenn es um kostensparendes Bauen geht, wird das Thema des „seriellen Bauens“ in großen Mengen neu aufgetischt – diesmal von dem enthusiastischen Hochschullehrer Prof. Georg Sahner aus Augsburg. Auch hier alter Wein in neuen Schläuchen. Übereinander gestapelte Raumzellen kenne ich noch aus Studentenzeiten.

Es blieb Prof. Karsten Tichelmann von der TU-Darmstadt vorbehalten, die Ehre der Planer wiederherzustellen und der Veranstaltung die geboten Seriosität zurück zu geben. Die von ihm aufgezeigten Beispiele des Bauens mit vorgefertigten Elementen waren nicht nur ästhetisch vorbildlich, sondern belegten auch den intensive Planungsprozess der Architekten und Ingenieure. Auch zeigte er, dass kostengünstiges Bauen im Bestand möglich ist, vorzugsweise mit intelligenten Lösungen der städtebaulichen Nachverdichtung und der Aufstockung von Gebäuden. Nach seinen Schätzungen sind mit diesen Strategien in den westdeutschen Metropolenregionen bis zu 1,2 Millionen (!) neue Wohnungen herstellbar, ohne das Umland der Städte weiter zu zersiedeln.

Hier ist anzumerken, dass das IÖR Dresden für die ostdeutschen Kommunen ähnlich hohe Reserven in den Innenstadtbezirken von Dresden, Chemnitz und Leipzig sieht. Allein in Dresden könnten 50.000 Wohnungen in den urbanen Brachen der Innenstadt entstehen.

Die Industrie muss also nicht mit schwerer Technik über das Umland der Städte herfallen, um Produktivitätsvorteile zu erreichen. Vorfertigung kann heute in fast jeder Situation wirtschaftlich erfolgen, wie der Vortrag des Fertigteilspezialisten Max Bögl zeigte – auch er angenehm unaufgeregt und fachkompetent.

Zweifellos ist eine kostengünstige Gebäudehülle ein wichtiger Faktor für bezahlbares Wohnen. Aber die Bemühungen um Vorfertigung, intelligenten Materialeinsatz und praktische Grundrisse laufen völlig ins Leere, wenn die Wohnungen nicht hinterher auch günstig gemietet oder gekauft werden können. Hier spielen nicht nur die Grundstückspreise, die sich in den Wohnungsendpreisen wiederfinden eine Rolle, sondern auch die Frage: wer baut?

Für den Kongress war das zwar kein zentrales Thema; dennoch gab dazu vom Abteilungsleiter Wohnungswesen der Berliner Senatsverwaltung Dr. Jochen Lang überraschend klare Aussagen. Berlin entwickelt Wohnungsbaustandorte auf Innenflächen, die von der Landesregierung zur Verfügung gestellt werden. Sie werden zu Vorzugskonditionen und mit Auflagen für bezahlbaren Wohnungsbau an die Kommune übereignet. Mit diesen Flächen werden dann die Berliner Wohnungsbaugesellschaften und auch neue Wohnungsgenossenschaften ausgestattet, die so – ohne überzogene Gewinnerwartung – tatsächlich sozialen Wohnungsbau betreiben können.

Aufschlussreich war der Bericht der Baukostensenkungskommission. Sie kommt laut Michael Neitzel, dem Geschäftsführer des InWIS Bochum zu dem Ergebniss, dass nicht die Bauwerkskosten, sondern die Kosten für die Gebäudetechnik überproportional gestiegen sind. Es wird immer mehr Gebäudetechnik verbaut, um überzogenen Komfortansprüchen und der EnEV zu genügen. Hier hatte aber die Lobbyarbeit der TGA-Industrie offensichtlich schon vorgebaut; am haustechnischen Standard dürfe nach Aussage einiger Referenten nichts geändert werden – Autohersteller würden ja immer mehr Technik in die PKW einbauen, und überdies verlange die die üppig ins Kraut schießende europäische Normung die weitere technische Aufrüstung. Aktuelle Studien zeigen aber, dass heutige „Energieeffizienzhäuser“ nicht nur in der Herstellung deutlich aufwändiger sind, als ihre Pendants aus den späten 1990er Jahren, sondern effektiv mehr Energie verbrauchen.

Damit stand der Berliner Kongress in auffälligem Widerspruch zum 10-Punkte-Programm von Bundesbauministerin Barbara Hendricks, das auf Nachhaltigkeit abzielt. Auf der bautec zogen am 16. Februar vor allem die Technologen alarmistisch vom Leder, welche schnelle und billige Lösungen präferieren. Setzt sich diese Fraktion durch, ist zu befürchten, dass in der nächsten Zeit aktionistische Pläne verwirklicht werden und neue umweltzerstörende, gesichtslose Vorstädte wie in den 1990er Jahren entstehen.

Fazit
Primär müssten die städtebaulichen und raumplanerischen Ansätze im Zusammenhang mit dem neuen Wohnungsbauprogramm verfolgt werden, denn hier beginnt bereits die Kosteneffektivität. Traditionelle urbane Muster, vorhandene Erschließungen und komplexe Projekte sind wichtige ökonomische Grundkomponenten des Wohnungsbaus, die es auf der grünen Wiese nicht gibt. Dass es in Zukunft aber darum gehen muss, bewährte Strukturtypen wie die Gründerzeitviertel und die Gartenstadt auszubauen ist auch die Meinung der deutschen Immobilienunternehmen, die von Axel Gedaschko auf der Konferenz vertreten wurden. Er forderte dazu auf, die aktuelle Dynamik der Märkte zu nutzen, um ausschließlich nachhaltige Immobilien (auch für die Flüchtlingsintegration) zu errichten. Das dürfte ganz in unserem Sinne sein!

Holger Just

AKS kritisiert Bedingungen zu VOF-Verfahren in Leipzig

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Architektenkammer Sachsen wandte sich kürzlich mit einem Schreiben an die Baubürgermeisterin der Stadt Leipzig, Frau Prof. Dubrau. Anlass für dieses Schreiben waren Beschwerden unserer Mitglieder gegen VOF-Ausschreibungen für Schulen mit Sporthallen in Leipzig. Die Hauptkritikpunkte an diesem Verfahren beziehen sich im Wesentlichen darauf, dass die Anforderungen für eine Teilnahmezulassung zu den Verfahren zu hoch sind und sachfremde Eignungskriterien abgefragt werden. So müssen zwar die geforderten Referenzen keine Schulbauten sein, allerdings erhalten Schulbaureferenzen Sonderpunkte bei der Bewertung, womit Referenzen nur ähnlicher Größenordnung im Ergebnis schlechter bewertet werden. Weiter mangelhaft an diesen Verfahren ist, dass sog. Drittreferenzen ausgeschlossen werden.

Zudem kritisieren wir, dass für diese Neubauvorhaben keine Wettbewerbe nach RPW durchgeführt werden, obwohl der Architektenwettbewerb vorliegend geeignet gewesen wäre, eine Vielzahl von Lösungen für diese komplexen Aufgaben zu finden.

Wir baten Frau Prof. Dubrau um Prüfung der Angelegenheit und ihre Stellungnahme. Über den weiteren Fortgang werden wir Sie hier auf dem Laufenden halten.

Mit besten Grüßen, Frommhold, Geschäftsführerin

Wettbewerb „Wohnen am Hutholz“ in Chemnitz entschieden

von Oliver Stolzenberg

Die Aufgabe des von der Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ eG Chemnitz ausgelobten Einadungswettbewerbs mit 17 Teilnehmern bestand im Entwurf einer Wohnanlage mit ungefähr fünfzig Wohnungen und den dazugehörigen PKW-Stellplätzen. Das Baugrundstück, am südwestlichen Stadtrand von Chemnitz gelegen, ist Teil des letzten Ausläufers des ausgedehnten Plattenbaugebiets „Fritz-Heckert“. Nach der Wende wurde hier vieles saniert, um- und rückgebaut und teilweise auch abgerissen. Die Schwierigkeit bestand darin, eine Bauform zu finden, die zwischen in die aus 2-3-geschossigen Häuserzeilen und 6-geschossigen Punkthäusern bestehenden heterogenen Nachbarschaft passt, Blicke in die weite Landschaft nach Nordwesten erlaubt und den durchgrünten Charakter des Gebiets erhält. Nach Auffassung der Jury unter Vorsitz von Carl Herwarth von Bittenfeld hat das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Büro von Carsten Otto und Christian Müller aus Dresden diese Aufgabe besonders gut umgesetzt. Die drei polygonalen Baukörper, die im Grundriss einem Stern mit stumpfen Spitzen ähneln, organisieren sich um ein mittiges Treppenatrium mit Oberlicht und fügen sich in ihrer Geschossigkeit gut in das Umfeld ein. Einen ähnlichen städtebaulichen Ansatz verfolgte das zweitplatzierte Büro, Euen, Wolf und Winter aus Gera, mit einer aufgelockerten kubischen Bauweise, während der dritte Preisträger, rohdecan Architekten/Dresden, die Gebäude straßenbegleitend um eine zentrale grüne Mitte organisierte und damit den bestehenden Städtebau auf einfache und selbstverständliche Weise zu einem Abschluss brachte.

WGE modell 1014
Modellfoto erster Preis (Foto: O. Stolzenberg)

WGE modell 1001
Modellfoto zweiter Preis (Foto: O. Stolzenberg)

WGE modell 1009
Modellfoto dritter Preis (Foto: O. Stolzenberg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Führt das Vertragsverletzungsverfahren der EU zur Abschaffung der HOAI? – Ein Kommentar von Holger Just, Freier Architekt, Dresden

Ich möchte kurz von der Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium am 19. August berichten, die ich gemeinsam mit unserem Präsidenten Alf Furkert und unserer Geschäftsführerin Frau Frommhold besucht habe. Gegenstand der Anhörung war das Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland und weitere Mitgliedsstaaten, um deren Gebührenordnungen der freien Berufe zu liquidieren – wir haben bereits in der Augustausgabe des DAB darüber informiert.

Die Veranstaltung war seitens der Architektenschaft mit den Präsidenten, Justiziaren und Vorstandsmitgliedern der Länderkammern, der Bundesarchitektenkammer, Vertretern des AHO und der Ingenieurkammern prominent und mit viel Fachverstand besetzt. Ihre Wortmeldungen und Diskussionsbeiträge waren insgesamt ein eindrucksvolles Plädoyer für die deutsche HOAI und dürften auch für die Vertreter des BMWI sehr informativ gewesen sein. Wie die Sondierungen im Vorfeld erwarten ließen, ist auch das BMWI von der Bedeutung der HOAI überzeugt.

Es wurde deutlich, dass die Anwürfe der EU-Kommission offensichtlich politisch-ideologisch  motiviert sind, da eine Behinderung des Dienstleistungsverkehrs durch die HOAI nicht existiert. Im Gegenteil; die mit dem leistungsbeschreibenden Charakter der HOAI verbundene Transparenz wird von auswärtigen Planern sogar als Vorteil angesehen. Vor allem wurde deutlich, wie intensiv die HOAI mit dem deutschen Planungssystem korrespondiert, also der von Ausführungsinteressen unabhängigen Planung und deren Ausrichtung auf den Werkerfolg. In Deutschland ist der Architekten- und Ingenieurberuf aus diesem Grund deutlich stärker mittelständisch organisiert, als beispielsweise in Frankreich oder Großbritannien. Ein homogener Dienstleistungsmarkt, wie ihn die EU-Kommission unterstellt,  existiert also faktisch nicht; die verschiedenen Planungswelten sind mit oder ohne Gebührenordnung inkompatibel, ohne dass dies von den planenden Berufen in der EU als Problem angesehen wird.

Es ist also kaum verwunderlich, dass es keine überzeugenden rationalen Gründe für die Abschaffung der HOAI gibt und sich außerordentlich wenige Befürworter einer solchen Deregulierung finden, wie etwa der Hamburger Jurist Friedrich-Karl Scholtissek der sich mit seinen beiden Veröffentlichungen in der FAZ vom 10. und am 24. Juli zum weitgehend isolierten Lautsprecher der HOAI-Abschaffung  gemacht hat. Seine Argumentation ist tendenziös und fehlerhaft, denn die von ihm benannte Cipolla-Entscheidung des EuGH aus dem Jahre 2006 konzediert die Beibehaltung und Einführung von Gebührenordnungen und stützt die HOAI  im Grunde. Gleichwohl wäre die Angemessenheit der Mindesthonorare eine wissenschaftliche Untersuchung wert.

Doch darum scheint es der EU-Kommission offensichtlich nicht zu gehen. Die auf Deregulierung programmierten Eurokraten, die mit der Entbürokratisierung aber besser zuerst bei sich selber anfangen sollten, anstatt mit der marktradikalen Brechstange  in ein funktionierendes, wenngleich fragiles System einzugreifen, sind offenbar auf Krawall gebürstet und haben bereits ihre Absicht kundgetan, bei einer weiterhin störrischen Haltung der Bunderegierung erneut bis zum Europäischer Gerichtshof streitet zu wollen.

Doch wozu? Die geplante Deregulierung würde nicht einen einzigen müden Euro an zusätzlichen Bauinvestitionen mobilisieren, denn die Einsparungen bleiben für die Bauherren und Investoren marginal. Das Ende der HOAI würde lediglich für eine weitere Schwächung der kleinen und mittelständischen Unternehmen sorgen, deren Inhaber und Angestellte dann auf Transferleistungen angewiesen wären. Das aber ist offensichtlich gewollt, oder wird billigend in Kauf genommen. Nicht Handelshemmnisse werden bekämpft, sondern kleinteilige Betriebsstrukturen, die einigen Hardlinern offenbar nicht in die neoliberale Landschaft passen.

Da nicht auszuschließen ist, dass die Bunderegierung aus Opportunitätsgründen vorzeitig einknickt, sollten wir uns über die Kollateralschäden einer solchen Deregulierung mit den Politikern hierzulande austauschen.

Die deutschen Architekten und Ingenieure sind für den Fall einer Deregulierung schlecht aufgestellt, da selbst das umfangreichere deutsche Planungsmodell die viel zu hohe Architektendichte und Ingenieursdichte kaum noch absorbiert. Würden Deregulierung und wirtschaftliche Abkühlung zusammenfallen, gäbe es wohl kein Halten mehr.

Die Architektenkammer Hessen rechnet infolge des absehbaren Preiswettbewerbs mit der Geschäftsaufgabe von ca. 30-40% der deutschen Architektur- und Ingenieurbüros! Dass ein solcher existenzieller Überlebenskampf zu mehr Qualität führt, wird vermutlich sozialdarwinistisches Wunschdenken bleiben, denn wer im Preiskampf unterliegt, kann nicht vorhergesagt werden. Auf der Strecke blieben jedoch mit Sicherheit der Verbraucherschutz, den die HOAI sicherstellt und die wirtschaftliche Existenz vieler Kollegen und Angestellten. Wir sollten daher ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit setzen – auch mit der Unterzeichnung der Petition zur Beibehaltung der HOAI.

Holger Just, freier Architekt, Dresden, den 24.08.15

Lichtforum „Licht + Dunkelheit“. Ein thematisches Veranstaltungsprogramm zum Architektursommer Sachsen 2015 in Leipzig, anlässlich des UNESCO International YEAR of LIGHT 2015.

Licht-Dunkelheit-RUAIRIOBRIEN
Anliegen des „Licht + Dunkelheit“ Programms ist es, die Gesellschaft, Planer, Politiker und Entscheidungsträger für das vielschichtigte und wichtige Thema Licht zu sensibilisieren, allgemein die Wahrnehmung für den qualitätsvollen Einsatz von Licht zu schärfen und die effiziente und nachhaltige Nutzung der heutigen technischen Möglichkeiten zu Gunsten einer hohen Lichtqualität zu unterstützen.
In diesem Sinne wurde von Ruairí O’Brien mit den Gesprächsabenden/Symposien „Kunst als Motor“ am 21. August 2015 und „Licht + Dunkelheit“ am 18. September 2015 als Rahmen sowie der thematischen Kunstausstellung mit namhaften Künstlern „28 TAGE Dunkel“ (Konzept/Kuration Jürgen Meier) vom 21. August bis 18. September 2015 ein kompaktes, vielschichtiges und attraktives Programm zusammengestellt, welches das Universum von Licht und Dunkelheit thematisch umreißt und im Einklang präsentiert. Im Laufe des Gesamtprogramms werden weitere verschiedene Veranstaltungen mit Partner und Sponsoren stattfinden.

Licht + Dunkelheit – Überblick Gesamtprogramm

ERÖFFNUNG                                       
Freitag, 21.08.2015, 19.00 Uhr,
Tapetenwerk Leipzig, Halle C01
mit Symposium/Gesprächsabend
„Kunst als Motor“ und
Vernissage der Kunstausstellung
„28 Tage Dunkel“
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Auftaktveranstlaltung und Eröffnung des Gesamtprogramms „Licht + Dunkelheit“ mit dem Podiumsgespräch „Kunst als Motor“ und Vernisage der Kunstausstellung „28 Tage Dunkel“Das Symposium Kunst als Motor möchte über den Einfluss von Künstlern auf die sozioökonomische und immobilienwirtschaftliche Lage eines Viertels/einer Stadt diskutieren. Es wird der Fragen nachgegangen, ob und inwiefern Künstler und Kunst zu einer besseren, nachhaltigeren Stadtentwicklung und Architektur beitragen können. Podiumsgäste sind:
o Jana Reichenbach-Behnisch (Eigentümerin Tapetenwerk)
o Ingo Fischer (Sächs. Immobilien und Baumanagement (SIB), Architektenkammer Sachsen/KG Leipzig)
o Mathias Mahnke (Unternehmensberater, Investor Sanierung Industrieruine als Kreativraum in Leipzig)
o Ruairí O’Brien (Freier Architekt/Lighting Designer/ Künstler, Vorstand Architektenkammer Sachsen)


Ausstellung zeitgenössischer Künstler
„28 TAGE Dunkel“
ERÖFFNUNG: 20.30 Uhr,
21.08.2015 bis 18.09.2015,
Tapetenwerk Leipzig, Halle C01
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Mit der Kunstausstellung 28 TAGE Dunkel (Ausstellungskonzept/-kuration Jürgen Meier) will das Licht + Dunkelheit Programm anlässlich des Unesco Year of Light 2015 thematische Bezüge zum Thema Licht transportieren und vermitteln. „28 Tage Dunkel“ betrachtet dabei die Renaissance der Kultur der Dunkelheit in Werken ausgewählter zeitgenössischer Künstler. „Wenn wir über Dunkelheit reden verstärken wir zugleich die Bedeutung von gutem und anspruchsvollem LICHT“ (Ruairí O’Brien). Gezeigt werden u.a. Arbeiten von: Bea Meyer, Ute Richter, Mischa Kuball, Joachim Blank, Famed, Klara Meinhardt, Ruairí O’Brien, Armand Lecouturier, Jürgen Meier, Yvon Chabrowski, Anna Vovan.


Licht + Dunkelheit Sponsorenabend
Mittwoch, 16.09.2015, 16.00 Uhr TapetenwerK Leipzig, Halle C01
mit .hess (Hess GmbH Licht + Form)


Licht + Dunkelheit Sponsorenabend
Donnerstag, 17.09.2015, 16.00 Uhr
Tapetenwerk Leipzig, Halle C01
mit ewo  (ewo GmbH„ewo realisiert hochwertige Lichtsysteme für öffentliche Räume.“


ABSCHLUSS
Freitag, 18.09.2015, 19.00 Uhr, Tapetenwerk Leipzig, Halle C1
mit Symposium/Gesprächsabend „Licht+Dunkelheit“ und
Finissage der Kunstausstellung
„28 Tage Dunkel“
Feierlicher Abschluss und Höhepunkt des Programms „Licht+Dunkelheit“ mit  Symposium/Podiumsgespräch „Licht+Dunkelheit“ und Finissage der Kunstausstellung „28 Tage Dunkel“Der Gesprächsabend Licht+Dunkelheit möchte die Bedeutung von Licht und Nicht-Licht im öffentlichen Raum und den Bezug von Licht und Architektur diskutieren. Gleichzeitig ist dieser Abend auch die Finissage der Kunstausstellung 28 Tage Dunkel und bildet den Abschluss und Höhepunkt des gleichnamigen Programms. Podiumsgäste sind:
o Jürgen Meier (Lichtkünstler / Intendant Lichtfest Leipzig)
o Ingo Fischer, Vertreter öffentlicher Bauherr (SIB), Architektenkammer Sachsen /Kammergruppe Leipzig
o Hannes Wohlgemuth (Vorstand ewo srl/GmbH, Leuchten/Lichtsysteme, Südtirol, Italien)
o Ruairí O’Brien (Freier Architekt/Lighting Designer/Künstler, Vorstand Architektenkammer Sachsen)
Organisation:
Mobile School of Lighting Design – http://www.mobileschool-lightingdesign.com 
Konzept/Veranstalter:
Ruairí O’Brien. Architektur. Licht. Raumkkunst.
Antonstr. 1, 01097 Dresden, Tel. 0351 8 99 68 88, E-Mail: office@ruairiobrien.de, www.ruairiobrien.de
 UNESCO + MSLD web
„Licht + Dunkelheit“ wird unterstützt von folgenden Sponsoren und Partnern:
    http://www.ewo.com
    http://www.hess.eu
    http://www.archevolucio.com
  http://www.aksachsen.org
     Bund Bildender Künstler Leipzig –  http://www.bbkl.org
     Jürgen Meier http://www.jürgenmeier.de
     http://www.tapetenwerk.de

HOAI Vertragsverletzungsverfahren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Rahmen der HOAI-Kampagne hat die Bundesarchitektenkammer eine an die Bundesregierung gerichtete Online-Petition vorbereitet. Um eine beeindruckende Zahl von Unterstützer zu erreichen, bitten wir Sie um Ihre (digitale) Unterschrift: https://www.change.org/p/bundesregierung-honorarordnung-f%C3%BCr-architekten-und-ingenieure-hoai-verteidigen
Der Link befindet sich auch auf der Internetseite der Architektenkammer Sachsen www. aksachsen.org.
Für eine Verlinkung und Hinweise in Ihren Medien wären wir Ihnen sehr verbunden.
Besten Dank und viele Grüße, Jana Frommhold

HOAI Vertragsverletzungsverfahren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum Vertragsverletzungsverfahren wegen der HOAI ist in der Anlage vorab ein Beitrag zu Ihrer Kenntnis, der am 01.08.2015 im DABregional, Seite 30 erscheinen wird. Darin setzt sich die Architektenkammer Sachsen für den Erhalt der HOAI u.a. mit folgenden Argumenten ein:

– HOAI sichert dem Architekten eine auskömmliche Grundlage!

– Ruinöser Preiskampf ohne verbindliche Mindestpreise!

– Geschäftsaufgabe vieler Architekturbüros durch Abschaffung der HOAI!

– Verbindliche Mindestpreise zur Sicherung der Qualität nötig!

– Architekten bieten umfassenden und komplexen Service!

Zudem erhalten Sie einen Link zu einem Interview mit der BAK-Präsidentin, Frau Barbara Ettinger-Brinckmann, zu diesem Thema:

http://dabonline.de/2015/07/27/wer-beim-planen-spart-zahlt-beim-bauen-drauf-interview-planung-bauen-hoai-bundesarchitektenkammer-europaeische-kommission-eu-kommission-verbraucherschutz/

Aktuelle Informationen zum Vertragsverletzungsverfahren finden Sie ab sofort auch auf der Internetseite der AKS unter http://www.aksachsen.org/Aktuell

Viele Grüße, Jana Frommhold

 

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Sächsischer Staatspreis für Baukultur ausgelobt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Staatsministerium des Innern, die Architektenkammer Sachsen und die Ingenieurkammer Sachsen loben gemeinsam den Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2015 aus.

Das diesjährige Auslobungsthema lautet „Baukunst schafft Orte der Begegnungen“. Einreichungsfrist ist der 1. September 2015. Die Beiträge sind bei der Architektenkammer einzureichen.

Der Preis ist mit insgesamt 15.000 € dotiert. Die Preisverleihung findet voraussichtlich am 6. November 2015 in der Empfangshalle der Sächsischen Staatskanzlei statt.

Mehr erfahren Sie unter  http://www.aksachsen.org/index.php?id=8656

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Viele Grüße, Jana Frommhold

 

 

 

 

Partizipation und urbane Interventionen – Kolloquium zum Architektursommer 2015

 

ARCH-SOMMER-OBRIEN-01-07-2015-02

Ein wunderschöner Sommerabend, eine angenehme Fahrt nach Leipzig, sonnige Laune und die Programmankündigung für diesen Tag, die so vielversprechend klang: „Wie kommt die Gesellschaft ins entwerfen? Partizipation-Aneignung-Urbane Intervention“. Die Vorfreude war nicht unberechtigt: Das Kolloquium, welches von der neustrukturierten Fakultät für Architektur und Sozialwissenschaft der HTWK Leipzig organisiert wurde, bot spannende Einblicke in Beispiele von Partizipation und urbaner Intervention, sowohl im nationalen wie auch im internationalen Kontext.

Das Kolloquium an der HTWK Leipzig bestand aus zahlreichen interessanten Vorträgen mit Beispielen von Partizipation und urbaner Intervention aus Madrid und Istanbul oder auch Themen wie Urban Gardening. Bei solchen Gelegenheiten ist es auch immer schön, die Vielfalt von Vertretern von Studierenden, Professoren, Politiker oder auch Aktivisten, einmal persönlich zu erleben.

Das Podiumsgespräch mit Dorothee Dubrau, Norma Brecht, Angelika Kell und Verena Landau und die anschließende Vernissage zur begleitenden Ausstellung im Foyer des Lipius-Baus war ein ganz besonderes Highlight. Die Ausstellung „Partizipation-Kommunikation-Intervention Projektausstellung der Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften“ zeigte unterschiedliche, einschlägige Projekte, unter anderem eine „Architektur-Maschine“, welche Besucher im Foyer und vor dem Gebäude in „Baulärm“ einhüllte. Vor dem Lipsius-Bau saßen die Gäste dann schließlich bei Bier und Gegrilltem zusammen und genossen den lauen Sommerabend oder schlenderten durch die Ausstellung und tauschten sich aus. So schön kann Stadtleben sein!

Das Kolloquium zum Architektursommer Sachsen an der HTWK Leipzig war meine erste Begegnung mit der neuen Fakultät, die eine für uns praktizierende Architekten interessante Entwicklung hier in Sachsen markiert: Architektur sucht die Nähe zu den Sozialwissenschaften, anstelle der traditionellen Bindung zum Bauingenieurswesen! Die beiden Veranstaltungen waren eine gute Gelegenheit, die neue Zusammenarbeit zwischen Sozialwissenschaft und Architektur kennenzulernen und um sich ein Bild von denen sich daraus ergebenden Perspektiven zu machen. Die Fakultät beschreibt ihren Kerngedanken zu dieser Zusammenarbeit auf ihrer Webseite wie folgt: „Die Verknüpfung von Architektur und Sozialwissenschaft reagiert auf den aktuellen Diskurs zu Stadtgesellschaft und Urbanismus mit den Themen wie Soziale Stadt, Stadt im demografischen Wandel, generationengerechtes Leben sowie Baukultur als gesellschaftlicher Identitätsträger – und ermöglicht somit neue Synergien in Lehre und Forschung.“

Dass Synergien zwischen den Disziplinen generiert werden und die angesprochenen Themen im Diskurs mit Leben gefüllt werden, war auch in der Podiumsdiskussion zu spüren: Über dem gesamten, von Besuchern überfüllten Saal lag eine konzentrierte und sehr interessierte Atmosphäre.

Leipzig beschreitet hiermit neue, vielversprechende Wege und man darf gespannt sein auf neue Impulse auch für praktizierende Architekten in Sachsen; denn wie brisant diese thematische Verknüpfung von Architektur und Sozialwissenschaften sein kann, zeigt das Statement der Fakultät: „Die Einführung der interdisziplinären Fakultät ist besonders am Hochschulstandort Leipzig sinnfällig, um die Themen und Probleme der Stadt aufzugreifen und in Lehre und Forschung neue Ansätze aufzuzeigen. In der jüngsten Entwicklung der Stadt Leipzig von der Boomtown über die Schrumpfende Stadt bis zur Konsolidierungsphase hat der gesellschaftliche Wandel einen besonderen Stellenwert. Architektur, Stadtgesellschaft und Soziale Arbeit sind ineinandergreifende Themenkomplexe, deren Wechselwirkungen in der neuen Fakultät reflektiert werden.“

Abschließend möchte ich allen, die nicht bei dem Kolloquium in Leipzig waren und auch denjenigen, die sich mehr mit der Thematik der Partizipation befassen möchten, das Buch „Albtraum Partizipation“ von Markus Miessen empfehlen, welches im Rahmen des Kolloquiums vorgestellt wurde und ein sogenanntes must-read für alle ist, die sich grundlegend mit Partizipation in unsere heutigen Zeit auseinandersetzten möchten.

Siehe: https://www.htwk-leipzig.de/de/hochschule/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungen-details/details/positionen-01072015-kolloquium/seiten/3/

Architekten bereisen die Welt – auch im Kopf

sommerschau-opening-OBRIEN

Architekten reisen gern. Auch im Kopf. Man könnte über die Bilder reden, die dabei entstehen. Aber wie man oft genug an der Hochschule oder Universität gehört hat: Lass die Bilder für sich reden. Das eine oder andere Foto wird Sie persönlich ansprechen. Sie reisen mit ins Bild hinein, Sie sind sozusagen mit vor Ort, im Kopfkino.

Bei dieser Sommerschau-Ausstellung geht es nicht allein um die Qualität der Fotos, sondern auch um die Persönlichkeit hinter dem Instrument und dem Betrachter. Bilder sind in diesem Sinne auch Selbstporträts, Selfies auf Neudeutsch. Ein jedes eröffnet ein Fenster zu demjenigen, der die Kamera gehalten hat, der entschieden hat, so eine Reise zu unternehmen, der entschieden hat, dieses Foto zu schießen, der das oder dies bemerkt, wahrgenommen und für die Ewigkeit eingefangen, die Zeit eingefroren hat.

Das ist alles sehr merkwürdig und so einfach zu gleich, tief ergreifend  und einfach schön oder einfach spaßig. Momente, wie das Leben… hoch-philosophisch.

Ein anderes Thema bei dieser Ausstellung ist der Beruf Architekt.

Was ist das für ein Mensch, der so etwas macht… Architektur? Wir zusammen teilen diese Ausstellung, wir begegnen uns in privaten Momenten des Lebens, wir sind aber individuell. Das ist immer die Widersprüchlichkeit des Architekten. Ein Individuum, das Teams führt, Verantwortung übernimmt, aber leider oft alleine dasteht, wenn es Ärger gibt.

Vielleicht sollten wir uns merken: solche Anlässe wie heute zeigen, dass wir, obwohl wir unsere Freiheit als Freiberufler genießen, nicht alleine da stehen. Denn es gibt auch andere, die wie wir, für den Geist der Architekten stehen und z.B. als Angestellte, als Amtsinhaber oder als Unternehmer diesen Beruf mit uns teilen.

Viel Vergnügen beim Betrachten der Sommerschau  und „Gute Reise“…!“

Ein herzlicher Dank geht an alle Teilnehmer und Besucher und besonders auch an unseren Sponsor, die BASEG Werbeproduktion GmbH aus Chemnitz, die durch den Druck der Banner und Broschüren diese Ausstellung möglich gemacht hat.

Die Sommerschau ist bis zum 26. Juli im Haus der Architekten zu sehen und wird anschließend vom 4. August bis zum 27. August im Rahmen des Architektursommers Sachsen 2015  in der Landesdirektion Sachsen in Leipzig ausgestellt.

Auszug aus der Eröffnungsrede  von Ruairí O´Brien bei der Sommerschau 2015