Die Architektenkammer Sachsen

Mit dem „Sächsischen Architektengesetz“ vom 28. Juni 2002 hat der Sächsische Landtag die Berufsbezeichnung „Architekt“ auch im Freistaat Sachsen unter gesetzlichen Schutz gestellt und die Architektenkammer Sachsen als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit umfassenden Rechten und Pflichten für die Selbstverwaltung des Berufsstandes und für die Berufsvertretung betraut. Sie unterliegt staatlicher Rechtsaufsicht.

Inzwischen sind ca. 2900 „Architekten“, „Innenarchitekten“, „Landschaftsarchitekten“ und „Stadtplaner“ in die Architekten- sowie in die Stadtplanerliste eingetragen. Nur wer in diese Listen eingetragen ist, hat das Recht, diese Berufsbezeichnungen zu führen. In Fällen unbefugter Führung der Berufsbezeichnung ist die Architektenkammer berechtigt, diese Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 25.000 EUR zu ahnden. Im Freistaat Sachsen sind alle Mitglieder der Architektenkammer Pflichtmitglieder. Bei den Länderarchitektenkammern wird darüber Auskunft gegeben, ob ein Architekt in die Architektenliste eingetragen ist und welche Fachrichtung er vertritt. Jeder Architekt erhält eine Urkunde über die Eintragung. Neben dem Schutz der Berufsbezeichnung definiert das Sächsische Architektengesetz die spezifischen „Berufsaufgaben“ der Architekten in ihren Fachrichtungen.

www.aksachsen.org

2 Kommentare zu “Die Architektenkammer Sachsen

  1. Das heißt also, dass verdiente und bekannte Architekten ihre Berufsbezeichnung nicht mehr führen dürfen, wenn sie im Ruhestand sind. Viele Berufe wie Rechtsanwälte, Mediziner, Künstler und Andere dürfen das aber. Wenn einer 40 Jahre Architekt war und dann darf er sich nicht mehr so bezeichnen, stimmt etwas nicht mit unserer Satzung. Das ist unwürdig.

    • Richtig ist, dass die Berufsbezeichnungen „Architekt“, „Innenarchitekt“, „Landschaftsarchitekt“ oder „Stadtplaner“ nur geführt werden können, wenn unter dieser Bezeichnung der jeweiligen Fachrichtung eine Eintragung in die von der Architektenkammer Sachsen geführte Architekten- und Stadtplanerliste besteht (§ 1 Abs. 1 Sächsisches Architektengesetz).
      Auch ein Architekt im Ruhestand muss demnach in die Architektenliste eingetragen sein, um weiterhin den Titel „Architekt“ führen zu können. Architekten im Ruhestand zahlen allerdings einen ermäßigten Kammerbeitrag.
      Eine Regelung wie in der Bundesrechtsanwaltsordnung, wonach die Berufsbezeichnung Rechtsanwalt a.D. oder i.R. geführt werden kann ohne Mitglied der jeweiligen Rechtsanwaltskammer zu sein (§ 17 BRAO), sieht das Sächsische Architektengesetz nicht vor.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s