Architekten bieten wieder Fachvorträge und Beratung für Bauherren auf der Messe HAUS 2017 in Dresden an

Ruairí O’Brien, Vorstand und Vorsitzender Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit, begrüßte die Teilnehmer des Messerundganges am Stand der Architektenkammer Sachsen

Vom 2. bis 5. März präsentiert sich die Architektenkammer Sachsen auf der Messe HAUS 2017 wie gewohnt auf dem Podium 1 via mobile, um die Leistungsbilder der Architekten einem interessierten Publikum vorzustellen. Traditionell wurde auch in diesem Jahr ein umfangreiches Vortragsprogramm rund ums Planen und Bauen zusammengestellt. Erstmals gibt es auf unserem Stand Vorträge zum Thema „Baugemeinschaften“ mit aktuellen, regionalen Beispielen. Verstärkt wird das Team der Architektenkammer zudem durch das Angebot der Vermessungsingenieure, die rund um die Themen „Richtig vermessen, planungssicher gebaut!“ informieren.

Neben den informativen Vorträgen erhalten Bauinteressenten, Bauherren sowie Haus- und Wohnungseigentümer über den gesamten Messezeitraum eine kostenfreie und individuelle Erstberatung. Mit fast 3.000 Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern in Sachsen bieten die Mitglieder der Architektenkammer Sachsen ein hohes Potential an Fachwissen. Die Experten stehen den Messebesuchern Rede und Antwort und geben wertvolle Tipps.

Das Gesamtprogramm finden Sie unter: http://www.aksachsen.org/index.php?id=8105

Eine Entgegnung von Holger Just, Freier Architekt Dresden, zum Artikel „Bessere Architektur und billigere Mieten? Der Architekt Jens Zander Im DNN-Interview über Debattenkultur und DDR-Moderne“ von Thomas Baumann-Hartwig (Printausgabe 1. Februar)

Der Dresdener Architekt Jens Zander hat am 31.01.2017 (Online) im DNN-Interview gesagt: Eigentlich müsste man dafür kämpfen, dass die Mieten auch mal etwas steigen.“

Ich kann versichern, dass die Mehrheit der Dresdener Architekten nicht für höhere Mieten kämpft, sondern um kostenbewusste Architekturqualität im Wohnungsbau ringt. Es besteht nach meiner Kenntnis kein signifikanter kausaler Zusammenhang zwischen hohen Mieten und Architekturqualität. Auch die Behauptung von Jens Zander, die öffentliche Hand sei nicht dafür bekannt, schnell und günstig zu bauen, ist nur neoliberaler Populismus, von dem wir uns in dieser Stadt endlich einmal befreien sollten.

So war es beispielweise die mieterorientierte Johannstädter Wohnungsgenossenschaft, die Ende 2016 am großen Garten (Tiergartenstraße / Franz-List-Straße) eine der architektonisch besten und solidesten Wohnanlagen der letzten Jahre eingeweiht hat, getragen von ihrer genossenschaftlichen Philosophie, nachhaltigem wirtschaftlichem Denken und geplant von engagierten Architektenkollegen. Ein aufmerksamer Spaziergang durch Dresden oder ein Blick in den Immobilienteil der Zeitungen zeigt aber auch das genaue Gegenteil: Eine Vielzahl teuer zum Verkauf angebotener Billigprojekte der privaten gewerblichen Bauträger.

Dresden wächst, und das ist gut so. Die Folge ist jedoch ein angespannter Wohnungsmarkt, auf dem günstige Wohnungen rar werden. Die Mehrzahl der Dresdener benötigt Wohnraum, den sie aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse auch bezahlen kann. Nach den Ermittlungen des Verbands der sächsischen Wohnungswirtschaft liegt die leistbare monatliche Kaltmieten-Obergrenze für mittlere Einkommensschichten im Raum Dresden bei ca. 8,00€ bis 8,50€ pro Quadratmeter Wohnungsfläche. Diesen Wert legte auch Bundesbauministerin Barbara Hendricks ihrem bislang gescheiterten Wohnungsbauprogramm zugrunde – beileibe kein Sozialwohnungsbau-Revival.

Aufgrund der Untersuchungen der letzten Jahre ist erwiesen: Es ist egal wer baut, öffentliche Hand oder Privater; die Kern-Kosten für eine kostenbewusste Wohnanlage größeren Zuschnitts liegen aktuell im Bundesdurchschnitt bei etwa 2.200€ pro Quadratmeter Wohnfläche – einschließlich der Planung! Für den Weiterverkaufspreis – ganz gleich ob zur Miete oder zum Eigentumserwerb – ist jedoch diese baubedingten Kosten der Einkaufspreis des Grundstücks (der Anteil kann in Dresden aktuell bis ca. 400€/m² Wohnfläche und mehr betragen) und die Gewinnmarge des Investors zu addieren. So kommen Durchschnittspreise von 3.000€/m² zustande. (Dafür müsste ein Anleger/Investor ca. 15€/m² Kaltmiete vom Mieter verlangen, wenn er 5-6% Rendite erzielen wollte – kommt eine Kreditfinanzierung mit Zinsen und Tilgung hinzu, entstehen sofort illusorische „Mondpreise“.)

Für die Refinanzierung einer Wohnung ist es letztlich entscheidend, welche Kosten zu den Kernkosten noch hinzukommen. Das Geschäft der Privaten ist daher der Verkauf von Wohneigentum. Nur die öffentliche Hand, kann auf städtischen Grundstücken ohne Gewinnerzielungsabsicht Mietwohnungsbautenn errichten und zu niedrigeren Preisen vermieten. Wozu bestenfalls noch die vom Land Sachsen geplanten Miet-Zuschüsse verwendet werden müssen, um im Mietsegment überhaupt in die Regionen des bezahlbaren Wohnraums zu kommen. Diese leistungsfähige öffentliche Hand haben wir uns 2006 mit dem Verkauf der Dresdener WOBA abgeschlagen. Das sollten wir uns immer wieder klar machen.

„Das Bekannte ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt“ – sagt der Philosoph Friedrich-Wilhelm Hegel!

(Veröffentlicht als Leserkommentar in der DNN, Printausgabe 4./5. Februar 2017)

Zum Interview: http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Wir-sollten-fuer-etwas-hoehere-Mieten-kaempfen

 

Winterschau 2017: architekturgebundene freiheit – eine Ausstellung von Valérie Madoka Naito und Jens Besser

Die Winterschau im Haus der Architekten präsentiert 2017 Werke der Dresdner Architektin und Dokumentarfilmkünstlerin Valérie Madoka Naito und des Dresdner Wandzeichners Jens Besser. Unter dem Titel architekturgebundene freiheit werden ortsspezifische Werke, Fotografien und Filme gezeigt.
PortrŠt von DokumentarfilmkŸünstlerin Valerie Madoka Naito in Leipzig. (13.07.2016) Foto: Andre Kempner

PortrŠät von DokumentarfilmkŸünstlerin Valerie Madoka Naito in Leipzig. (13.07.2016) Foto: Andre Kempner

Valérie Madoka Naito arbeitet bundesweit als Architektin in der Projektsteuerung nachhaltiger Wohnungsbauprojekte und Dokumentarfilmkünstlerin. Im Rahmen der Winterschau sind ihre Dokumentarfilme, Fotografien und plastische Rauminterventionen zu sehen.

Ihr gerade fertig gestellter Experimentalfilm „aufrecht stehen“ zeigt die Entstehung eines großen Gemäldes, das sieben Männer darstellt, die Opfer der klassenkämpferischen Brutalität der frühen DDR an der Universität Leipzig waren. Ein Opfer war Erich Loest, der damals aufrecht stand für Demokratie, freie Rede und Menschenrechte. Zu sehen ist die Übergabe des Gemäldes an die Universität Leipzig als Leihgabe der Stiftung Friedliche Revolution. Zu sehen sind auch die Akteure im Hintergrund, denen die Erleichterung über die erfolgreiche Übergabe aber auch das neun Jahre andauernde Hin und Her ins Gesicht geschrieben stehen – und die Enttäuschung, das Erich Loest, als Auftraggeber des Gemäldes, diesen Moment nicht mehr erleben konnte.

Jens Besser Foto von Sven Ellger (2016)

Jens Besser Foto von Sven Ellger (2016)

Jens Besser ist in Dresden und weit über die Stadtgrenzen Dresdens für seine großformatigen Wandbilder bekannt. Besser realisiert weltweit Wandbilder im öffentlichen Raum. Seine Werke variieren weniger in Farben – oft nutzt Besser schlichte, dunkle Hintergründe als Untergrund für weiße Zeichnungen. Umso mehr variieren seine Werke in Formaten und Techniken. Besser zeichnet auf Fassaden mit Sprühdose, Farbrolle, Pinsel und Ölkreide, er ritzt in Wände mit Schrauben, Winkelschleifer oder Nägel. Die Formate verändern sich je nach Architektur – von 1 m x 2 m bis 2 x 6 m x 25 m. In der Ausstellung werden ortsgebundene Zeichnungen, Fotografien von Werken im Außenraum und eine Installation zu sehen sein. Besser lebt und arbeitet in Dresden. 

Die Ausstellung wird am 12. Januar 2017, 18:00 Uhr eröffnet.
Zur Vernissage spricht Dr. Jördis Lademann.

Während des Ausstellungszeitraums werden sowohl Naito als auch Besser Werke an Präsentationsabenden vorstellen. Die Ausstellung läuft bis 24. Februar 2017 und ist während der Öffnungszeiten des Hauses der Architekten zu besichtigen.

ECKDATEN:
Pressetermin Vor Ort : 10.01.2017, 10 Uhr, DIE KÜNSTLER SIND DEN GANZEN TAG ANWESEND.
Vernissage: 12.01.2017 um 18 Uhr 

Laufzeit der Ausstellung: 12.01.2017 – 24.02.2017 
Öffnungszeiten Mo – Fr 8:30 – 16:00 Uhr sowie nach Vereinbarung
Katalogpräsentation Jens Besser: 16.02.2017, 19 Uhr
Filmabend mit Valérie Madoka Naito : 23.02.2017, 19 Uhr

Adresse: Haus der Architekten, Goetheallee 37, 01309 Dresden

Links zu Jens Besser: jensbesser.blogspot.dewww.flickr.com/photos/jensbesser/
Links zu Valérie Madoka Naito: 
www.naito.eu

Heute startet die Schulbaukonferenz Sachsen

„Können Sie eine Schule für uns bauen, Herr Architekt?« fragt der Bauherr. »Was für eine Schule brauchen Sie denn?« fragt der Architekt zurück. »Eine, die unsere Kinder fordert und fördert, die sie inspiriert und stark macht, eine, die unseren Lehrenden einen gesunden Arbeitsplatz anbietet, die von Tageslicht durchflutet ist, ohne sich aufzuheizen, eine, die allen technischen Anforderungen genügt, die als Treffpunkt für die Gemeinde dient, in der man gerne Feste feiert, die transkulturell verstehbar ist, eine, die richtig schön aussieht, aber nicht viel kostet«, erwiderten der Bauherr und seine Gemeinschaft……“ Ruairí O’Brien

Heute startet die Schulbaukonferenz Sachsen (09-10.12 in Haus der Architekten Dresden) ….wir freuen uns auf spannende Vorträge und Gespräche….

https://www.aksachsen.org/index.php?id=8866

Letzter Aufruf zu Beteiligung an der Schul-KON -Ausstellung

 

Anlässlich der Schulbaukonferenz Sachsen, vom 9.-10. Dezember 2016 im Haus der Architekten in Dresden, ruft die Architektenkammer Sachsen zur Teilnahme an der parallel stattfindenden Schul-KON-Ausstellung auf.

Gesucht werden Fotos mit einem persönlichen Bezug zum Thema, z.B. von selbst entworfenen oder sanierten Schulbauten und anderen Bildungseinrichtungen, wie Museen, Kunstgallerien, Jugendtreffs und Gedenkstätten, von Außenanlagen, von Spielplätzen oder Impressionen von anderen Orten, an denen außerschulisches Lernen als Teil des Lehrprogramms, z.B. in Form von Projekten, stattfindet. Die Ausstellung will zur Förderung von Ideen rund um das Thema Schulbau anregen sowie Teilnehmenden und Gästen einen Gegen-Denkraum zu der Technokratisierung und Optimierung der Lehrprogramme und Lehrkonzepte eröffnen.

Spätestens bis morgen Abend (Einsendeschluss verlängert bis 18.10.2016) können noch Beiträge zur Schul-KON-Ausstellung eingereicht werden.
Die Eröffnung erfolgt zur Vertreterversammlung der Architekten am 18. November 2016.
Weitere Informationen zur Konferenz und zur Schulbau-Ausstellung finden Sie hier:

http://www.aksachsen.org

https://www.facebook.com/pages/Architektenkammer-Sachsen/611635528901046

SCHUL-KON-Ausstellung 2016 im HAUS DER ARCHITEKTEN

Anlässlich der Schulbaukonferenz Sachsen 2016 – einer interdisziplinären Informationsplattform für Entscheidungsträger und Fachplaner wie auch für Pädagogen, Erzieher und Lehrer – wird die erste SCHUL-KON-Ausstellung ins Leben gerufen.

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Was ist Schule? Und was macht sie aus uns allen? Fragen wie diese stellen sich notwendigerweise, will man eine Schule planen. Die erste Frage erscheint simpel, bei näherem Fokussieren finden sich jedoch vielfältige und komplexe Antworten. Mit der SCHUL-KON-Ausstellung sollen die Besucher der Konferenz zum Dialog animiert werden. Sie soll zwischen den Fachvorträgen und Workshops Impulse, Denkanstöße und vielfältige Gesprächsstoffe bereithalten, so dass Teilnehmer und Gäste in konstruktiven Gesprächen darüber nachsinnen können, wie Schule und Schulbau gedacht und neu gedacht werden können.

Wer definiert, was eine Schule ist? Reicht ein Raumprogramm aus, um eine Schule zu planen oder braucht es dazu mehr? Wie werden wir durch unsere Schule geprägt?

Auch auf die zweite Frage gibt es viele und unterschiedliche Antworten. Häufig wird angeführt, dass Schule heute Kreativität und Individualität abschaffe und Anpassung fördere, dass sie vor allem quantifizierbaren, leistungsorientierten Output honoriere und keine geistige Entwicklung mehr fördere. Unterstützen unsere Architektur und der zum Schulbau hinführende Entscheidungsprozess diese Phänomene? Oder ist gerade das eines der wichtigsten Themen heutiger Architektur: der Technokratisierung und Optimierung unserer Lehrprogramme und Lehrkonzepte einen „Gegendenkraum“ für die Lehre und die Lehrenden zu ermöglichen?

Gesucht werden Ihre individuellen Ideen und Eindrücke rund um das Thema Schulbau. Gern können beispielsweise Fotos von selbst entworfenen oder sanierten Schulbauten und anderen Bildungseinrichtungen wie Kitas oder Hochschulen eingereicht werden, von Ausstellungen, Museen, Gedenkstätten, Bibliotheken, Theatern und anderen „Fliegenden Klassenzimmern“, in denen außerschulisches Lernen als Teil des Lehrprogramms stattfindet. Weiterbildungs- und Ausbildungsstätten können Sie zeigen oder Ihre persönlichen Eindrücke aus Ihrem eigenen Schulleben, das Schulgebäude, den Eingang, die Aula, das Klassenzimmer, Schulfreunde, Sportmannschaften, eine Klassenfahrt. Oder Aufnahmen von spannenden Projekten mit Schulen und Schülern, von Spielplätzen in einer Großstadt oder von längst vergessenen Jugendklubs auf dem Land, vom beliebten Sportverein um die Ecke.

Wesentlich bei der Auswahl Ihres eigenen Beitrages ist, dass in die SCHUL-KON-Ausstellung Ihre ganz persönlichen Impressionen in Form eines Fotos und Ihres eigenen zugehörigen Beschreibungstextes mit Bildtitel einfließen. Beschreiben Sie also dem Betrachter in Ihrem kurzen Text, wo Ihr Foto entstanden ist, was es so besonders macht und worauf Sie damit Ihr Augenmerk legen wollen. Schreiben Sie nach eigenem Ermessen in wenigen Stichpunkten oder auch als Miniatur, was Sie an diesem Foto berührt oder warum Sie es ausgewählt haben.

Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung und sind gespannt auf Ihre inspirierenden Fotos und spannenden Geschichten!

Alles ist erlaubt (fast), solange es eine persönliche Note hat, unterhaltsam oder informativ animierend ist oder besonders positive (oder auch negative) Aspekte beleuchtet.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN:

Die SCHUL-KON-Ausstellung wird zur Vertreterversammlung der Architektenkammer Sachsen am 18. November 2016 im Haus der Architekten eröffnet. Anfang 2017 wird diese dann in die Kammerbüros Chemnitz und Leipzig wandern.

Teilnehmen können Mitglieder der Architektenkammer Sachsen. Jeder Teilnehmer kann sich mit einem Foto an der Schulbau-Ausstellung 2016 beteiligen. Zu dem eingereichten Foto bitte einen Bildtitel, eine Kurzinformation oder einen begleitenden Text mitliefern, der den persönlichen Bezug zum Foto näher erläutert.

Das Foto kann als Original-Fotoabzug, als Scan, gedruckt, entwickelt oder in Dateiform in ausreichender Druckauflösung (mind. 300 dpi), eingereicht werden. Alle Fotos werden auf Banner gedruckt und ausgestellt. Die Einsendung (Abzug oder Datei) sollte es erlauben, das Foto in einer Größe von mind. DIN A4 bis max. ca. 30 x 40 cm zu drucken.

 

Die Einsendung erfolgt bevorzugt per Mail an: leipzig@aksachsen.org

oder per Post an:

Architektenkammer Sachsen

Kammerbüro Leipzig

Dorotheenplatz 3

04109 Leipzig

 

Einsendeschluss ist der 4. Oktober 2016

 

Der Umfang der Ausstellung ist auf 30 Objekte begrenzt. Sollten mehr Einreichungen eingehen, wählt eine Jury bestehend aus dem Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit der AKS die Teilnehmer aus.

 

Ruairí O`Brien, Vorstand, Vorsitzender Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit

„On the Road“ – SOMMERSCHAU 2016

Lißner_Rainer_Zaha_HadidZaha Hadid  – FOTO: Rainer Lißner

„Aus aktuellem Anlass möchte ich mit einem zweiten Bild beitragen. Für ein Leben, das nicht nur in der Kleidung außergewöhnlich und glitzernd war. Und für einen Ort, den es heute noch wie gestern gibt, dem Feuerwehrhaus der Vitra-Werke in Weil am Rhein. Diesen Ort geschaffen hat Kollegin Zaha Hadid, strahlend ist sie zu sehen bei der Eröffnungsfeier dieses Ortes, verstorben ist sie dieser Tage.“ Rainer Lißner 05.04.2016

SOMMERSCHAU – Eröffnungsrede:

Bereits zum sechsten Mal findet in diesem Jahr eine Sommerschau im Haus der Architekten statt und – nach dem großen Zuspruch im vorigen Jahr – zum wiederholten Mal die Fotoausstellung „On the Road“, inspiriert von Jack Kerouacs gleichnamigem berühmten Roman.

Es war ein Vergnügen, bei der Eröffnung so viele Leute zu sehen, jüngere und reifere Besucher gemischt, ein Querschnitt unseres Berufes – wobei Begrifflichkeiten dieser Art für unseren Beruf eigentlich nicht greifen, sind wir doch alle quasi dazu „verdammt“, jung zu bleiben und gleichzeitig im positiven Sinne reif zu sein. Wie sonst hätten wir unsere Universitätsausbildung erfolgreich durchgestanden, wie sonst wäre es möglich, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren, zu begeistern und zu mobilisieren: Architekten-Schicksal eben.

Umso passender ist die Sommerschau, der konzeptuell eine grundlegende Lockerheit innewohnt: (Fast) alles ist erlaubt. Das spielerische Format bietet Möglichkeiten für Spaß und Leichtigkeit an und so soll es sein. Ohne ausgleichende, inspirierende Momente wie diese wäre die Ernsthaftigkeit des Berufes dauerhaft wohl kaum erträglich. Und dennoch, schaut man genauer hin, inkludiert das Thema „Reisen“ neben Leichtigkeit auch gedankliche Tiefe und aktuelle Diskurse. Mehr und mehr wird „On the Road“-Sein zu einem Privileg. Dieses 2016 ist ein Jahr, in dem die Grenzziehungen in der Welt, die Abschottung ganzer Staaten und Landstriche, fortgesetzt wird. Viele der im Rahmen der Sommerschau gezeigten Fotos stammen aus besseren Zeiten.

Eine Inspiration für diese Sommerschau-Ausstellungsreihe gab Jack Kerouacs weltbekannter Roman „On the Road“ (1957). Das Buch ist eine Hymne auf die schöpferische Kraft des Menschen, ein Schlüsseltext, der die freiheitliche Kultur seit Generationen prägt. Das Buch erschien, als die Moderne dominierte. Die Welt erschien damals ziemlich weit und war für „normale“ Leute noch weitgehend unbekannt. Junge Menschen lehnten feste Strukturen ab, wollten improvisieren. Sie bewegten sich collageartig durch das Leben – als Protest gegen das Establishment. Vielleicht vertraten sie damit eine klare Linie gegenüber der gedachten Perfektion eines beispielsweise Mies-van-der-Rohe Seagram-Buildings von 1958? Mit seinem bekannten Four Seasons-Restaurant, welches das korporative großkapitalistische Selbstbewusstsein der USA verkörperte – ebenso wie das Erfolgsmodell „Wiederaufbau BRD“. Damals waren die Strukturen klar und unverrückbar. Der eiserne Vorhang trennte die westliche Welt von unbereisbaren Ländern. Statt „On the Road“ gab es „No Road“ – gesperrte Wege.

Neulich war ich zu Gast bei dem Gedenksymposium für Carlo Weber. Im Rahmen liebevoller Vorträge wurden zahlreiche Fotos aus seiner On-the-Road-Zeit als Lehrender an der TU Dresden eingeblendet. Die Fotos zeigten jemanden, der genau verstanden hatte, wie wichtig das Reisen und der kulturelle Austausch gerade für Studierende sind. Auf mehreren Bildern war Carlo Weber leger gekleidet zu sehen, mit landestypischer Kopfbedeckung, wahrscheinlich wegen der klimatischen Bedingungen – aber wohl auch aus purer Freude am Genius loci. Ein Sinnbild für die Akzeptanz des Anderen, wie sie sich auch im Olympia Stadion in München ausdrückt. Die freie Linie der Behnisch-Weber-Ottos dieser Welt – ja, sie hätten gut als Romanfiguren für Kerouac gepasst.

Teil der Sommerschau-Sammlung ist auch ein Foto von Zaha Hadid, und man fragt sich beim Betrachten, warum dieses Bild so anrührend ist. Es ist ein „gestohlenes“ Foto, aufgenommen aus einem unglücklichen Winkel. Man spürt exakt, wie vorsichtig der Fotograf vorgegangen sein muss, wie er versucht hat, es nicht zu offensichtlich werden zu lassen, dass er Zaha Hadid – ohne sie zu fragen – fotografiert hat. Wie er versucht hat, dennoch ihre Privatsphäre nicht zu verletzen und so eine Erinnerung an diese weltberühmte Architektin einzufangen, deren Name gleichbedeutend mit einer Marke ist. Eine Erinnerung an eine Frau aus dem Iran, die in London und in der ganzen Welt zu Hause war, die viel on the road erlebt hat. Man ist berührt, weil es eben nicht die künstliche Inszeniertheit eines Zeitschriften- oder Promotion-Fotos ausstrahlt, sondern Echtheit besitzt. Der Fotograf war im selben Raum mit Hadid. Die Aufnahme vermittelt die Aura des Alltagsmoments eines Stars als einem ganz einfachen Sterblichen wie wir alle auch. Hadids Architektur muss man nicht einmal mögen, um die Kraft der Aussage, die Freiheit in der Architektur, wahrzunehmen.

Beim Betrachten der fotografischen Reisebeiträge erstaunt, „how strange“, wie überraschend, wie schön, wie heiter unsere Welt sein kann, wie vielfältig,  – und wie vergänglich wir alle sind.

Dieses 2016 ist ein Jahr, in dem die Grenzziehungen in der Welt, die Abschottung ganzer Staaten und Landstriche fortgesetzt wird. Die Verengung nimmt zu. ‚To be or not to be‘ – a part of Europe? Die Zahl der Länder, die nicht mehr bereisbar sind oder es bald nicht mehr sein werden, wächst an. Man stelle sich einen Schnellvorlauf zur Sommerschau 2025 vor – welche Länder werden dann wohl zu sehen sein? Viele der in diesem Jahr gezeigten Fotos kommen aus besseren Zeiten.

Gleichermaßen ist es eine Freude, dass unserer Einladung zur Beteiligung an der Sommerschau wieder 34 Mitglieder und Gäste gefolgt sind – ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten! Unser großer Dank gilt zudem der BASEG GmbH aus Chemnitz, mit deren wiederholter Unterstützung alle Druckarbeiten in Form von Bannern und Programmheften realisiert werden konnten.

Die Ausstellung ist in diesem Jahr in der Zeit vom 23. Juni bis zum 21. August im Haus der Architekten in Dresden zu erleben und wandert danach wieder weiter in die Kammerbüros nach Leipzig und Chemnitz.

Der Sommerschau 2016 wünsche ich im Namen der Architektenkammer Sachsen wieder viele interessierte und begeisterte Besucher!

SCHULBAUKONFERENZ SACHSEN 2016

Prologtext zur Schulbaukonferenz der Architektenkammer Sachsen

Unsere Welt wird mit jedem Tag komplexer. Längst zeichnet sich ab, dass der Versuch zu verstehen, was Globalisierung für uns alle bedeutet, eines der Leitthemen des 21. Jahrhunderts ist. Unser Alltag wird durch täglich wechselnde Themen und gleichzeitig durch Dauerdiskurse bestimmt, mit denen wir uns auseinandersetzen und zu denen wir uns positionieren müssen. Ob Brexit, Pegida, Umweltprobleme, globale Ungerechtigkeit, Türkei, Trump, Grundgehalt, Digitalisierung – dies alles sind dringliche Themen, die früher oder später in unser Leben hineinwirken und für deren Existenz wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen Rede und Antwort stehen müssen. Rede und Antwort zumindest in dem Sinne, dass wir als Lehrende es den Lernenden ermöglichen, Ursachen und Kontexte zu verstehen und daraus eigene Positionen und mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Wir, damit meine ich alle prägenden sozialen Gruppen der Zivilgesellschaft, in erster Linie jedoch die Elternhäuser und die Schulen, an denen junge Menschen ausgebildet werden. Wie es gelingen kann, Menschen als selbstbestimmte Individuen und verantwortungsbewusste, empathische soziale Akteure ganzheitlich mit modernen Mitteln humanistisch zu bilden, ist ein zentrales Thema der europäischen Humanismusgeschichte und der Architektur seit der frühen Antike.

Wo immer Menschen sich versammeln – ob auf einem Marktplatz, im Park oder im Garten, in der Kirche, in Museen, Büros, in der Küche oder in einem Klassenzimmer – die Architektur und die Gestaltung von Raum haben immer Einfluss – mal mehr, mal weniger, bewusst oder unterbewusst – auf das Raumerlebnis, das Wohlgefühl und die Aufnahmefähigkeit. Psychische und geistige Auswirkungen zu belegen, erfordert einen hohen empirischen Untersuchungsaufwand. Betrachten wir also allein das physische Raumerlebnis – es ist nicht von der Hand zu weisen, dass beispielsweise Sehkomfort, Licht, Verschattung, Schall, Material und Farben eine Rolle, wenn nicht sogar eine sehr beachtliche Rolle spielen, und dass diese Faktoren auf die Physis und die Psyche des Menschen positiven wie negativen Einfluss nehmen können.

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Wenn nun aber die Möglichkeit besteht, ganz gleich wie groß oder gering sie sein mag, dass Architektur bei der positiven Entwicklung eigenständiger, selbstbewusster Menschen eine Rolle spielt, dann sollte dies unseren Kindern und allen am Lernprozess Beteiligten auch zugutekommen. Dann ist es unser Thema, wie Schulen gebaut und entwickelt werden – nicht nur für unsere Kinder, sondern auch als Arbeitsort für engagierte Lehrende, als ein Ort, der ihren Alltag, ihre Leistungsfähigkeit unterstützt. Dann muss es unser Thema sein, inklusive Schulen zu bauen, die Barrierefreiheit ebenso einschließen wie transkulturelle Leitsysteme, räumliche Flexibilität, neue Medien, tradierte Errungenschaften wie beispielsweise Bibliotheken und eine maßgeschneiderte Beleuchtung, die Gesundheit, Freude, Motivation, Spaß am Lernen und Lehren mit Würde ermöglichen. Alles das, wenn nicht noch mehr, macht Schulen aus, in denen Lehrerinnen und Lehrer mit Kindern und jungen Menschen einen Dialog aufbauen können und jeden Tag eine neue Chance haben, unsere Welt für die Zukunft zu gestalten.

Deshalb haben wir entschieden, eine Schulbaukonferenz ins Leben zu rufen. Wir wollen aufzeigen, dass wir als Architekten bei diesem Kernthema wichtige Akteure der modernen, pluralistischen Gesellschaft sind. In den kommenden Jahren werden in Sachsen viele Schulen gebaut werden. Dies bringt eine enorme Verantwortung für unseren Berufsstand mit sich – insbesondere in der neuen „Phase Null“, in der zuerst einmal darüber diskutiert werden sollte, welche Anforderungen und Bedürfnisse bei Nutzern und Auftraggebern vorhanden sind und welche entstehen werden. Die Schule ist ein idealer Bautyp, um das gesamte Spektrum unserer Fähigkeiten als Architekten zu demonstrieren und nicht zuletzt ein politisches Vehikel für unsere Kompetenz als zivilgesellschaftliche Kraft.

Mit der Schulbaukonferenz wollen wir eine interdisziplinäre Informationsplattform schaffen, die allgemeinverständlich ist und sowohl Entscheidungsträger und Fachplaner wie auch Pädagogen, Erzieher und Lehrer anspricht. Gemeinsam mit Experten aus Pädagogik, Erziehungswissenschaften, Geschichtswissenschaft, Soziologie und Politik wollen wir fachübergreifend theoretische und praktische Aspekte des Schulbaus beleuchten, hinterfragen und diskutieren. Interaktive Workshop-Angebote sowie Fachvorträge von Architektenkollegen mit aktuellen Schulbau-Beispielen runden das Programm ab.

Die Schulbaukonferenz Sachsen 2016 wird unter anderem mit partnerschaftlicher Unterstützung der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und weiterer Institutionen organisiert, denen unser herzlicher Dank gilt.

Ruairí O’Brien, Vorstand

Vorsitzender Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit

SCHULBAUKONFERENZ SACHSEN am 9. und 10. Dezember 2016 im Haus der Architekten, Goetheallee 37 in Dresden

Programm und weitere Informationen über unsere Geschäftsstelle und unter http://www.aksachsen.org

 

 

Hausmesse Dresden – „Besser mit Architekten“

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Am vergangenen Mittwoch durfte ich unsere Kammer bei der Eröffnung der Hausmesse Dresden vertreten. Ich halte unsere Dresdner Messe als Plattform für die Vermittlung von Grundwerten unseres Architekten- Berufes für sehr wichtig.

Sie ist ein Marktplatz, an dem wir teilnehmen müssen.

Das Thema Hausbau ist ein besonders geeignetes Vehikel um politische Baukultur-Botschaften an Laien, an die allgemeine Bevölkerung, an die Tagespresse und an die Politiker zu übermitteln. Wenn wir das nicht tun, könnte unser Recht, etwas über Qualität und zukunftsweisendes Denken in diesem Bereich bis hin zum Städtebau zu sagen, angezweifelt werden.
Wir sollten das faktische und moralische Terrain gegenüber den Bauträgern abstecken und sichern, die gern ohne uns bauen würden. Die Emotionen, die Menschen mit ihren eigenen vier Wänden verbinden, sind nicht zu unterschätzen; ebenso wenig die Rolle der Erziehung und Aufklärung nachkommender Generationen hinsichtlich Qualität und Schönheit. Wer in einem schönen Architektenhaus aufgewachsen ist, wird sich ein Leben lang daran erinnern und unserem Berufsstand gegenüber positiv eingestellt sein. Die Messe bietet uns und insbesondere den kleineren Büros eine Chance, hier wirksam zu werden.

Ich meine auch, dass unser Messeauftritt von Optimismus und positivem Denken geprägt sein sollte, um unsere Rolle als unabhängige Experten zu bewahren und attraktiv zu machen.

Gemäß der Worte von Leon Battista Alberti „Das Haus ist wie eine kleine Stadt“ steckt mehr in der Hausmesse Dresden, als man zunächst denken mag: Hausbau, Städtebau, Stadtpolitik und Baukultur in einem.

Kollegen, wir brauchen eure Unterstützung, um unseren Messeauftritt zu stärken und unsere Berufspolitik dort zu vertreten. Es kann für uns auch ein Flaggschiff sein, mit dem wir die Themen in der Öffentlichkeit präsentieren, die uns wichtig sind und so die Stadt und Landbewohner von heute und morgen für uns gewinnen.

Meine Eröffnungsrede:

„Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren!

Eine Messe ist etwas Feines, etwas Fröhliches, es gibt was zu feiern. Eine positive Anspannung hängt in der Luft bevor es losgeht. Da kommen Leute von überall her und stellen ihre Waren zur Schau. Man will ins Gespräch kommen, sich austauschen, sich informieren, man hat was vor und mal will die besten Partner für die Sache finden.
In Grunde genommen ist so eine Messe ein Mikrokosmus der Hoffnung und der Freiheit, kompakt und lebendig, wie ein Marktplatz an einem Samstagmorgen. Alle haben sich gut angezogen und wollen sich von ihrer besten Seite zeigen.

Freiheit besteht, weil wir das dürfen, weil wir die Menschen, mit denen wir sozusagen unser Leben teilen, mit denen wir arbeiten wollen – Handwerker Fachplaner und so weiter – mit denen wir unsere Projekte umsetzen, auswählen dürfen, und auch die Produkte, die wir verwenden wollen.
Das Wesen von Hoffnung besteht darin, an die Zukunft zu glauben – noch besser: an eine Zukunft zu glauben, die wir selbst gestalten können und wollen, auch mit unseren Bauwerken.

Deswegen liebe ich Messen und besonders die Hausmesse.

Dieser Begriff „Haus“ – so einfach, so kurz, aus nur vier Buchstaben gemacht – steht für so viele Werte, die in unserer Gesellschaft schützenswert sind und sie lebenswert machen.
“Everyman’s home is his Castle.” Jedermanns Haus ist sein Schloss. Das ist ein machtvoller Satz. Bescheiden und kraftvoll zugleich. Damit feiern wir unsere Freiheit, unser Recht eine eigene kleine Welt zu haben, die Hoffnung auf das gemeinsame Leben innerhalb der Familie, mit Jung und Alt, aber auch das Recht darauf, das eigene Glück im Leben zu suchen. Architekten bauen Häuser für jedermann. Kleine und große Häuser.
Große Architektur kann auch klein sein, kann einfach sein.

Deswegen ist bezahlbares Wohnen heutzutage ein ganz wichtiges Thema für uns. Wenn die Kassen knapp sind und die Ressourcen und der Platz immer weniger werden, dann ist Kreativität gefragt. Architekten können nicht nur „weniger ist mehr“ leisten, sondern auch mehr mit weniger.

Wir sollten keine falsche Verzichtskultur pflegen, wenn es um ARCHITEKTUR geht, sondern Vertrauen in die Baukultur setzen.

Nach den Prinzip ganzheitlichen Planens und Denkens müssen Häuser 4 Komponenten haben: 3 messbare und eine unmessbare:

1)Das Geld muss stimmen, auch mit wenig Mitteln kann man mit guter Planung viel schaffen.
2)Die notwendige Technik muss auf der Höhe der Zeit sein, umweltschonend und für den Nutzer behaglich.
3)Das Haus darf schön sein, die Proportion müssen stimmen, die richtigen Materialien ausgewählt werden, Licht und Farben in Einklang sein.
4) Die unmessbare Komponente sind der Spaß und die Freude im Planungsprozess und am Leben in dem gebauten Haus.

Ich habe den Unterpunkt ästhetische Schönheit unter das Messbare gefasst, ich glaube, dass die Ästhetik tatsächlich planbar und kalkulierbar ist, wenn man mit Architekten baut. Die vierte Komponente – Spaß – ist das einzige Element, das Architekten nicht vollständig mitplanen können – dafür sind alle am Bauprozess Beteiligten gemeinsam zuständig. Während sonst alles messbar, kontrollier- und abrechenbar ist, fehlt für den Spaß am Bauen die DIN-Norm. Im HOAI habe ich dazu auch nichts gefunden. Vielleicht erfinden wir gemeinsam ein Messgerät, das prüfen kann, wie oft in einem Haus gelacht wird? Das wäre eine neue sächsische Erfindung für die Annalen.

Unabhängige Beratung und Planung sind gut für die Menschen, für die Umwelt, den Bauherrn und auch für Industrie und Handwerk. Wir Architekten stehen als Moderatoren, als Mediatoren und als Partner für Ihre kleinen und großen Aufgaben zur Verfügung.

Ich danke Ihnen!“

Ruairí O’Brien Architekt AKS

 

Europäische Kommission macht im HOAI-Vertragsverletzungsverfahren weiter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im HOAI-Vertragsverletzungsverfahren fordert die Europäische Kommission die Bundesregierung nunmehr in einer zweiten Stufe auf, mitzuteilen, welche Maßnahmen zur Behebung der Beanstandungen (Mindest- und Höchsthonorare für Architekten und Ingenieure) ergriffen wurden. Damit hat sich die EU-Kommission von der dazu bereits im September 2015 abgegebenen Stellungnahme der Bundesregierung nicht überzeugen lassen.

Die Bundesregierung hat nunmehr zwei Monate Zeit, eine erneute Stellungnahme abzugeben. Anderenfalls kann die Europäische Kommission beim Europäischen Gerichtshof Klage erheben.

Zu den Einzelheiten finden Sie im Anhang die heutige Pressemeldung der Bundesarchitektenkammer zu diesem Thema.

Mit besten Grüßen, Jana Frommhold, Geschäftsführerin

16-02-25 PM 4-16 HOAI